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«Gefährliche Situation für Autofahrer mit Sommerreifen»

Der April macht diese Woche seinem Namen alle Ehre: Schnee und kalte Temperaturen dominieren das Wetter. Das ist für Autofahrer, die mit Sommerreifen unterwegs sind, sehr gefährlich.

18.04.17 - 15:47 Uhr
Leben & Freizeit
Fahrzeuge kämpfen sich durch das Schneegestöber. Symbolbild/Keystone
Fahrzeuge kämpfen sich durch das Schneegestöber. Symbolbild/Keystone

Schneeregen sorgte am Dienstagmorgen für einen Unfall mit zehn Autos auf der A1 bei Meggenhus im Kanton St. Gallen. Wegen rutischger Fahrbahn sind acht Autos und zwei Lieferwagen miteinander kollidiert. Verletzt wurde niemand.

Für den Inhaber der Churer Fahrschule Teamwork, Stephan Derungs, ist klar: Der Hauptgrund für Schleuderunfälle in diesen Tagen ist, dass viele Autofahrer bereits mit Sommerreifen unterwegs sind. Das Problem dabei ist, dass die Strassen momentan wegen des kalten Temperaturen und des Schnees und Regen rutschig sein können.

Winterreifen sind genau für solche Verhältnisse gemacht, erklärt Derungs im Interview mit «suedostschweiz.ch». Sie bestehen aus einer weichen Gummimischung, die auch bei Eisfachtemperaturen geschmeidig bleibt. Bei den Sommerreifen ist das nicht der Fall. Bei tiefen Temperaturen bleibt dieser Reifen hart. Zudem hat er ein gröberes Profil, weshalb Autos mit Sommerreifen auf Schnee weniger Halt haben.

«Im Zweifel das Auto stehen lassen»

 Wie können Autofahrer, die mit Sommerreifen unterwegs sind, einen Unfall verhindern? Derungs hat eine pragmatische Lösung. «Im Zweifel soll man das Auto stehen lassen.» Denn: «Wer mit Sommerreifen einen Schleuderunfall verursacht, muss mit erheblichen Sanktionen rechnen, da das Fahrzeug in diesem Fall nicht betriebssicher ist.», so Derungs.

Wer das Auto nicht stehen lassen kann oder will, soll vorausschauend, mit Abstand und langsam fahren, empfiehlt Derungs. Zudem soll man nicht dann unterwegs sein, wenn alle unterwegs sind. So kann das Unfallrisiko verkleinert werden. Ein weiterer Vorteil: Man steht nicht im Stau!

Polarluft sorgt für kalte Temperaturen

Auch am Mittwoch und Donnerstag bleibt es winterlich in der Region Graubünden. Auf 2‘000 Meter liegen die Temperaturen am Mittwoch bei rund minus zehn Grad, sagte Luise Fischer von Meteotest gegenüber «suedostschweiz.ch». Zudem gibt es immer wieder Schneegestöber. Bis Donnerstag gibt es in den Gipfellagen 30 bis 60 Zentimeter Schnee. Erst am Freitag wird es wieder wärmer und freundlicher.

Grund für das frostige Wetter ist die Polarluft, die momentan aus dem hohen Norden in die Schweiz strömt, so Fischer.

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