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Eingesperrt im Tal

Seit vier Tagen ist das Wirtepaar Anna und André Riehle von der Aussenwelt abgeschnitten. Sie arbeiten in der eingeschneiten Walsersiedlung Sankt Martin im St. Gallischen Calfeisental.

19.04.17 - 17:21 Uhr
Leben & Freizeit
Das Wirtepaar André und Anne Riehle ist von der Aussenwelt abgeschnitten. Bild André und Anne Riehle
Das Wirtepaar André und Anne Riehle ist von der Aussenwelt abgeschnitten. Bild André und Anne Riehle

«Es ist ein Wahnsinnsgefühl.», sagte André Riehle auf die Frage, wie es sich anfühlt, wenn man ganz auf sich allein gestellt ist. Es sei gemütlich und romantisch. Seit vier Tagen ist André Riehle mit seiner Frau Anne von der Aussenwelt abgeschnitten und das in ihrem erstem Jahr in der Walsersiedlung, berichtet 20min.ch.

 

Wegen der Lawinengefahr ist es zu riskant die Walsersiedlung Sankt Martin zu verlassen. «Die Axpo hat uns angerufen und gebeten, den Weg ins Tal nicht in Angriff zu nehmen, da das Risiko eines Lawinengangs zu gross ist.», sagte Riehle im Interview mit «suedostschweiz.ch». Die Siedlung ist nur über eine einzige Strasse von Vättis aus zu erreichen. Auf diese Strasse seien bereits Lawinen gedonnert. Zudem ist sie verschneit.

Dem Wirtepaar aus dem Schwarzwald bleibt nun nichts anderes übrig, als die Zweisamkeit in der Walsersiedlung zu geniessen und das tun sie auch: «Wir essen schön und geniessen manchmal ein Glas Wein.» Genügend Essen haben sie dabei. Die Heizung und das Telefon tun ebenfalls ihren Dienst.

 

Die Schneesituation im Calfeisental hat aber auch eine Schattenseite. «Heute mussten wir zur Quelle hoch gehen und sie vom Eis befreien. Da hatten wir wegen der Lawinengefahr ein mulmiges Gefühl im Bauch.», sagte Riehle.

Zudem wollten Riehle und seine Frau in diesen Tagen die Zimmer und übrigen Räume für den Hotelbetrieb vorbereiten.  Dafür fehle aber noch viel Material, das für Renovationsarbeiten gebraucht wird. «Weil wir von der Aussenwelt abgeschnitten sind, können wir es nicht holen.» Gewisse Arbeiten können sie dennoch erledigen. Zum Beispiel putzen sie die Zimmer.

 

Am 1. Mai ist der geplante Saisonstart in der Walsersiedlung. Obwohl gewisse Vorbereitungsarbeiten verschoben werden müssen, ist Riehle zuversichtlich, dass dieses Datum eingehalten werden kann «In den nächsten Tagen soll das Wetter besser werden, dann soll die Strasse wieder befahrbar sein.» Die ersten Gäste haben sich bereits angemeldet.

 

Bis dahin geniessen André und Anne Riehle nun noch die Ruhe vor dem Sturm, beziehungsweise dem Saisonstart.

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