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Kaltbrunner Markt zieht die Massen an

Tausende Besucher strömen bei herrlichem Wetter zum Markt in Kaltbrunn. Neue Sicherheitsmassnahmen schützen sie.

Christine
Schibschid
06.10.17 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit

Bei strahlendem Sonnenschein und rund 20 Grad wimmelt es am Vieh- und Warenmarkt in Kaltbrunn von Besuchern. Gut gelaunt essen sie Bratwurst, bummeln oder sitzen bei einem Getränk zusammen. Rund 250 Marktfahrer sorgen für ein abwechslungsreiches Angebot. Mandeln, Magenbrot, Zuckerwatte und Bratwürste verströmen den typischen Markt-Geruch. Langsam schlendern die Besucher durch die Gassen, vorbei an Ständen mit Spielzeug, Deko-Artikeln, Kissen und Kleidung – ja sogar Massagesessel werden hier verkauft.

Manche Gäste grüssen sich und bleiben auf einen Schwatz stehen. Viele Kaltbrunner haben frei. Der Markt ist ein Treffpunkt und so mancher wird bis in die Nacht hinein bleiben.

Dem Markt geht es gut

Im Getummel ist auch Gemeindepräsident Markus Schwizer unterwegs. Er bummelt mit seinen Töchtern und den Grosskindern über den Markt, in der Hand einen Stock mit Zuckerwatte. «Das Wetter haben wir so bestellt», sagt Schwizer gut gelaunt. Dieses Jahr seien relativ früh recht viele Gäste da gewesen. «Um halb zehn war es schon gut bevölkert, seit elf Uhr ist richtig viel los.» Der Gemeindepräsident schätzt, dass insgesamt rund 7000 Besucher kommen. «Die Kombination aus Vieh-, Maschinen- und Jahrmarkt funktioniert», sagt er. Der Kaltbrunner Markt sei ein Stück Tradition. «Es geht ihm gut», so Schwizer.

Er weist darauf hin, dass es dieses Jahr eine Neuerung gibt: Transportfahrzeuge, teils mit Kies beladen, riegeln die vier Zufahrten ab. Daneben stehen Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr auf ihren Posten. «Die Massnahme hat die Marktkommission beschlossen. Wir mussten leider handeln, damit hier niemand reinfahren kann», sagt Schwizer.

Um den Autoscooter wummert die Musik. Hier trifft sich die Jugend. Auf zwei wilden Chilbibahnen kreischen aufgekratzte Kinder und Jugendliche um die Wette. Drei Mädchen haben sich aus Neon-Knicklichtern Mickey-Mouse Ohren gebastelt und geniessen sichtlich, dass etwas los ist.

Etwas weiter liegt Stroh auf der Strasse. Schwizerörgeli-Musik erklingt. Auf der Wiese neben der Kirche ist der Viehmarkt in vollem Gange. Ein kleiner Junge steckt seinen Kopf durch einen Zaun und streichelt ein Kälbchen. Bauern bringen ihren Tieren Wasser in Eimern zum Trinken. Einer davon ist Marco Steiner aus Kaltbrunn. Er hat rund 30 Tiere dabei und erwartet, dass er etwa zwei Drittel davon verkaufen kann. Eine Kuh koste zwischen 3000 und 4000 Franken, erzählt Steiner. «Der Markt in Kaltbrunn läuft gut», sagt er. Es werde sogar noch richtig gehandelt. Die Kunden kommen laut Steiner nicht nur aus der Region, sondern auch von weiter weg, etwa aus Bern, Solothurn, Uri, Zürich, dem Thurgau oder Graubünden. «Wer Vieh kauft, kann hier auch einen Transport organisieren», sagt Steiner.

Kundenkontakt und Austausch

Neben dem Platz mit dem Vieh stehen beeindruckend grosse Traktoren und andere Maschinen. In Pavillons sitzen Leute an Biertischen und unterhalten sich. Händler Ernst Strassmann aus Ricken ist seit rund 30 Jahren Aussteller am Landmaschinenmarkt. «Es sind viele Händler hier. Die Leute können gut vergleichen», sagt er. Strassmann schätzt es, dass er am Markt Kundenkontakte pflegen kann. Grosse Maschinen verkauft er eher selten «Kleinere Sachen aber schon», sagt er. Strassmann unterstreicht, dass der Markt auch eine gesellige Angelegenheit ist, und fachsimpelt wenig später wieder mit ein paar Interessierten.

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