Die Kantischüler gärtnern
Auf dem Pausenplatz der Kantonsschule wächst seit Freitag Gemüse. Das Projekt hat nicht nur ein kulinarisches Ziel, sondern auch ein soziales.
Auf dem Pausenplatz der Kantonsschule wächst seit Freitag Gemüse. Das Projekt hat nicht nur ein kulinarisches Ziel, sondern auch ein soziales.
Über 500 Setzlinge, 40 Tonnen Erde, 1,5 Kilometer Schwarten, mehr als 2000 Schrauben, 30 Schubkarren. Wenn die ganze Kantonsschule Gemüsebeete baut, wird die Sache schnell aufwendig. Der Pausenplatz vor der Kanti ist gestern voll mit Schülern und Lehrer, die sägen, schrauben, hobeln und gärtnern. 33 Kisten sollen den Platz verschönern, wie Mirka Jacober erklärt, die das Projekt leitet. «Es soll Freude machen, hierher zu kommen», sagt sie. Vier weitere Kisten stehen in der Stadt als «Aussenposten».
In den Beeten werden verschiedene Gemüse und Blumen gepflanzt. Das Projekt ist auch ein soziales Experiment: Die aus allen Klassen bunt durcheinander gemischten zehnköpfigen Schülergruppen sind auch in den kommenden Wochen dafür zuständig, dass das Gewächs gedeiht. Die grösste Herausforderung werden dabei wohl die Sommerferien sein. Wenn man sechs Wochen lang am liebsten gar nicht mehr an die Schule denken und das warme Wetter geniessen möchte, muss doch immer wieder jemand bereit sein, die Pflanzen vor dem Vertrocknen zu bewahren. «Schon nicht so cool», meint ein Schüler dazu.
Am Schluss wird aufgegessen
Die Gemüsebeete sind aber bloss der erste Teil des Projektes. Die gemischten Gruppen sind aufgefordert, in der Zeit bis zu den Sommerferien eine kleine kulturelle Darbietung zu proben und in einer Pause aufzuführen. Und nach den Ferien wird das Gemüse zum Abschluss geerntet und gemeinsam gegessen.
Dann wird auch der Abbau wieder zu einer logistischen Herausforderung: Ein Teil der 40 Tonnen Erde wandert in die Schrebergärten der Gemeinde. Die Kisten müssen auseinandergeschraubt und die Schwarten entsorgt werden. Ausser wenn ein Beet als Ganzes einen Abnehmer findet: «Manche Lehrer haben schon angemeldet, dass sie ein Beet mit nach Hause nehmen wollen», erzählt Mirka Jacober.
Daniel Fischli arbeitet als Redaktor bei den «Glarner Nachrichten». Er hat Philosophie und deutsche Sprache und Literatur studiert. Mehr Infos
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Frau Mirka Jacober, ist…
Frau Mirka Jacober, ist super Idee das mit den Kisten bei der Kanti. Von mir aus müsste es ja nicht nur Gemüse also Nutzgarten sein; warum nicht ein Teil davon mit Blumen für Insekten. Und vor allem ein paar
Kisten ohne Kunstdünger. Die Jungen sollten selber entdecken, was "naturnah" ist.
Viel Erfolg und frdl Gruess
Bernhard Dietrich, Vilters