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Nun kann man auch im Oberblegisee eisfischen

Für die Fischer im Glarnerland gelten ab 2019 neue Regeln. Und der See auf der Alp Oberblegi wird für das Eisfischen freigegeben. In der Schweiz darf man das bisher nur auf zehn weiteren Seen.

Marco
Häusler
25.10.18 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Kühles Vergnügen: Sara Frei-Elmer vom Berghotel «Mettmen» und ihr Sohn Nik schauen auf dem Stausee Garichti bei Eisfischer Patrick Müller vorbei.
Kühles Vergnügen: Sara Frei-Elmer vom Berghotel «Mettmen» und ihr Sohn Nik schauen auf dem Stausee Garichti bei Eisfischer Patrick Müller vorbei.
ISABEL PLANA/SCHWEIZER BERGHILFE

Für Max Hugelshofer ist Eisfischen angesagt. «Und das stelle ich mir sehr kalt vor», schreibt er in einem Bericht über das Eisfischen im Stausee Garichti. Auf diesem hat sich der Redaktor der Schweizer Berghilfe selbst als Angler versucht. Denn die Berghilfe hatte Sara und Romano Frei bei ihrem Vorhaben unterstützt, das Berggasthaus «Mettmen» in ein modernes Hotel umzubauen.

Ende 2016 wurde es eröffnet. Florian Kundert und Patrick Müller, die gemeinsam die Website Fischerevents.ch betreiben, boten sich Sara und Romano Frei darauf als Anlaufstelle an für alle, die am Fischen interessiert sind. «Am liebsten hätten wir den Garichtisee natürlich für uns alleine», zitiert Hugelshofer in seinem Bericht Müller. «Aber uns ist natürlich auch klar, dass ein Projekt wie das Berghotel ‘Mettmen’ für die Region extrem wichtig ist.»

Nun beraten Joscht und Paddy, wie sich die beiden selbst nennen, alle Leute, die sich für das Eisfischen im Mettmensee interessieren. Denn ein Patent dafür gibt es an der Talstation der Luftseilbahn Kies–Mettmen für jeden, «egal ob Profi oder blutiger Anfänger», wie Hugelshofer schreibt.

«Ich gehöre eindeutig zu letzterer Kategorie», gesteht er zudem und beschreibt, wie er schon beim Bohren eines Lochs in die Eisdecke mächtig ins Schwitzen kommt.

Gefangen hat er schliesslich nichts. «Doch das macht nichts», findet er. Für das Erlebnis in der Stille auf schneebedeckter Eisfläche in der klaren, kalten Luft mit der Sonne, die hinter den Gipfeln der Glarner Alpen hervorgekommen sei, habe sich selbst das frühe Aufstehen gelohnt.

Gedränge am Garichtisee

«Seit wir das Eisfischen am Garichtisee vor ein paar Jahren eingeführt haben, hat sich das ein wenig zum Trend entwickelt.» Das sagt der kantonale Fischereiaufseher Andreas Zbinden nun. Der Erfolg am Garichtisee sei schon fast ein wenig zu gross geworden: «In seltenen Fällen waren dort schon bis zu 50 Fischer an einem Tag.» So sei es auch ein Wunsch der Fischer gewesen, das Eisfischen zur Entlastung auch am Oberblegisee zu erlauben.

Diverse Änderungen per 2019

Auf Wünsche einzugehen, war aber nicht das Motiv, um die Verordnung über den Vollzug der Fischereigesetze zu überarbeiten. «Das müssen wir sowieso immer wieder einmal tun», sagt Zbinden.

Als Resultat wird nun unter anderem der Einsatz von Fischereiausrüstung und Fanggeräten eingeschränkt, um bedrohte Arten besser zu schützen und Krankheiten zu minimieren. Wie das der Regierungsrat bereits am Dienstag in seinem Bulletin mitteilte, werden dafür unter anderem beim Fischen in den Näfelser Tankgräben das Tragen von Schuhen mit Filzsohlen und der Einsatz von Köderflaschen und -reusen verboten.

Im Gegenzug werden bestehende örtliche Fischfangverbote wie beim Quellbach Oberurnen ganz oder wie beim Rosenbordgraben Niederurnen teilweise aufgehoben. Alle Änderungen treten am 1. Januar 2019 in Kraft. Somit wird nächstes Jahr von Mitte Januar bis Ende Februar mit einem Patent auch erstmals das Eisfischen im Oberblegisee erlaubt.

Nichts für Bequeme

Eisfischen sei auch für Touristen ein zusätzliches Angebot, «das nichts kostet und nichts schadet, weil es in Bergseen ja kein natürliches Fischvorkommen gibt», wie Zbinden weiter ausführt.

«Man könnte es auch ein wenig mit dem Pilzsammeln vergleichen, bei dem die Pilze einfach verfaulen, wenn sie nicht gesammelt werden.» So bleibe einfach im See, was beim Eisfischen nicht gefangen werde. Und wie beim Wandern oder Bergsteigen geschehe es auf Eigenverantwortung, was auch für die Dicke der Eisschicht gelte. Alle müssten selbst entscheiden, ob sie fischen wollen.

Wie viele Touristen das Eisfischen am Oberblegisee anziehen könnte, will Zbinden nicht beziffern: «Wir haben diesbezüglich keine Erwartungen.» Bestimmt werde der Oberblegisee aber weniger stark befischt als der Garichtisee. «Schliesslich ist er viel schwieriger, nur mit einem längeren Fussmarsch erreichbar.» Und ein Restaurant habe es dort auch nicht. «Dorthin gehen nur die, die auch wirklich Eisfischen wollen.»

 

Marco Häusler ist Dienstchef der Zeitungsredaktion «Glarner Nachrichten». Er absolvierte den zweijährigen Lehrgang an der St. Galler Schule für Journalismus und arbeitete bei der ehemaligen Schweizerischen Teletext AG und beim «Zürcher Unterländer», bevor er im Februar 2011 zu Somedia stiess. Mehr Infos

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