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Schänner Neonazi bedroht Juden und erhält saftige Busse

In Zürich hat eine Gruppe Neonazis Juden angepöbelt und bedroht. Nun muss ein Beteiligter aus der Region mehr als 20 000 Franken bezahlen. Einem weiteren Verdächtigen droht eine Haftstrafe.

Christine
Schibschid
23.11.17 - 04:30 Uhr
Ereignisse

Eine Gruppe von rund 20 Neonazis feierte im Juli 2015 einen Polterabend in Zürich-Wiedikon. Dabei attackierten, bedrohten und verfolgten die Rechtsextremen mehrere Juden. Mit dabei in der pöbelnden Gruppe war auch ein Mann aus Schänis.

Wie der «Blick» unter Berufung auf das jüdische Wochenmagazin «Tachles» berichtet, kommt ihn sein Verhalten nun teuer zu stehen: Er muss insgesamt 21 500 Franken bezahlen. Der Neonazi wurde per Strafbefehl schuldig gesprochen. Demnach hatte er mindestens zwei Juden bedroht und mit antisemitischen Aussagen beschimpft. Auch wird ihm zur Last gelegt, «Heil Hitler» geschrien und einen Hitlergruss gezeigt zu haben. Als bereits Polizisten vor Ort waren, freute er sich noch darüber, dass im Zweiten Weltkrieg Millionen Juden gestorben waren.

Die Staatsanwaltschaft Zürich sprach den Schänner wegen Rassendiskriminierung schuldig. Sie verhängte eine Busse von 16 200 Franken. Obendrauf kommen die Verfahrenskosten. Der Verurteilte ist laut Antifa Bern Mitglied der Sektion Zürich des Neonazinetzwerks Blood and Honour.

Mittäter demnächst vor Gericht

Nach dem entgleisten Polterabend hatten die Behörden gegen insgesamt vier Rechtsextreme Strafverfahren eingeleitet. Zwei Verfahren wurden aus Mangel an Beweisen eingestellt. Für einen weiteren Neonazi könnten die Vorfälle eine Haftstrafe zur Folge haben. Gegen den Mann wurde Anklage erhoben, bestätigt die Medienbeauftragte der Oberstaatsanwaltschaft Zürich, Corinne Bouvard. Laut Medienberichten handelt es sich um einen Mann aus Hombrechtikon, der unter anderem als Frontmann der Rechtsrockband Amok bekannt wurde. Er soll einen orthodoxen Juden unter anderem geschubst und ihm ins Gesicht gespuckt haben. Da der Rechtsextreme bereits mehrfach einschlägig vorbestraft ist, drohen ihm zweieinhalb Jahre Gefängnis.

Auch im Linthgebiet war der Mann in der Vergangenheit aufgefallen. Im Juni 2013 verurteilte ihn das Kreisgericht See-Gaster wegen einer Schlägerei in der «Boomerang-Bar» in Jona. Damals musste der Neonazi eine zwölfmonatige Haftstrafe absitzen.

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