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Lawinengefahr: Amden behält die Schneelage im Auge

Angesichts des Wetters herrschte mancherorts der Ausnahmezustand. Im Linthgebiet blieb es relativ ruhig, Nachbarregionen hatten mit den Folgen der Niederschläge zu kämpfen. Elm war von der Welt abgeschnitten.

Christine
Schibschid
23.01.18 - 04:30 Uhr
Ereignisse
Amden behält die Schneelage im Auge.
Amden behält die Schneelage im Auge.
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Oben viel Schnee, unten Regen – so lässt sich die Wettersituation zusammenfassen. Im Linthgebiet galt zuletzt eine Regenwarnung der Stufe zwei, also mässige Gefahr. Bei der Lawinengefahr galt dagegen Warnstufe 4, das bedeutet grosse Gefahr.

«Oberhalb von 2000 Metern hat es zuletzt viel Neuschnee gegeben», sagt Lawinenwarner Frank Techel vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF). Danach sei es warm geworden. «Es hat bis auf 2000 Meter in den Schnee geregnet», so Techel.

Im Linthgebiet sind Lawinen vor allem in Amden ein Thema. Aktuell liegen dort beim Bärenfall auf gut 1600 Metern Höhe 3,04 Meter Schnee. «Das ist relativ viel», so der Lawinenwarner. Der höchste in den vergangenen 20 Jahren am Bärenfall gemessene Wert liege bei 3,30 Metern.

Lawinenkommission ist wachsam

Die Lawinensituation beobachtet in Amden eine fünfköpfige Kommission, eines der Mitglieder ist Manuel Gmür: «Im Vergleich zu anderen Gebieten ist die Lage bei uns nicht dramatisch. Wir beobachten die Situation, mussten aber noch nichts sperren.» Im Glarnerland etwa sei mehr Schnee gefallen. «In den vergangenen 72 Stunden gab es am Bärenfall 114 Zentimeter Neuschnee, bei der Messstation Ortstock/Matt bei Braunwald waren es ganze 217 Zentimeter», sagt Gmür. Er und seine Kollegen würden die Augen offen halten, etwa nach kleineren Gleitschneemengen, die an steilen Grasböschungen entstehen könnten. Auch wegen möglicher Erdrutsche müsse man wachsam sein. Einen Rat hat Gmür: «Ski- oder Schneeschuhtouren sind derzeit sicher nicht empfehlenswert.» In Amden blieben die Lifte gestern wegen des Regens geschlossen. Bei den Bergbahnen Wildhaus und am Flumserberg standen wegen Schnee und Wind im oberen Bereich Lifte still.

Südlich des Walensees galt Lawinenwarnstufe 5, also sehr grosse Gefahr. Im Glarnerland blieben die Strasse nach Elm sowie die Verbindung zwischen Schwanden und Schwändi gesperrt. Eine Schwangere und ein kranker Mann wurden mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Experten erwarten, dass die Niederschläge nachlassen und sich die Situation entspannt.

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