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Erste Tagessonderschule im Wahlkreis See-Gaster

Für Kinder mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten gibt es endlich ein Schulangebot im Wahlkreis. Im August startet im Uzner Bifang die erste Tagessonderschule. Ziel ist es, verhaltensauffälligen Kindern die Rückkehr in eine Regelklasse oder den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.

27.06.18 - 08:25 Uhr
Ereignisse
Bald gehts los: Ab August startet die Tagessonderschule im Schulhaus Bifang.
Bald gehts los: Ab August startet die Tagessonderschule im Schulhaus Bifang.
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Für Kinder aus der Region mit Lernschwäche und Verhaltensschwierigkeiten ist ein langer Schulweg bald Geschichte: Bislang mussten sie in Nachbarregionen oder -kantone ausweichen, um dort entsprechend unterrichtet zu werden. Neu gibt es für sie das erste schulische Angebot dieser Art im Wahlkreis See-Gaster.

Mitte August nimmt die erste Tagessonderschule im sanktgallischen Linthgebiet den Betrieb auf. Untergebracht ist sie im Uzner Schulhaus Bifang. «Es freut uns sehr, dass wir dort der Sonderschule Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können», sagt Urs Kuhn, Rektor der Schule Uznach. Damit wird eine Lücke geschlossen: Denn der Kanton hatte im Rahmen des Sonderpädagogikkonzepts festgestellt, dass ein solches Angebot in der Region fehlt. Deshalb hat das kantonale Bildungsdepartement die erfahrene Stiftung Hochsteig damit beauftragt, zukünftig in See-Gaster eine Tagessonderschule zu betreiben.

Start mit einer Mittelstufen-Klasse

Gestartet wird im Bifang vorerst mit einer Mittelstufen-Klasse à neun Schülern. Ab dem Schuljahr 2019/20 soll eine gleich grosse Oberstufen-Klasse dazukommen. Die Betreiberin der Sonderschule ist glücklich mit dem Standort: «Bezüglich Lage, Räumlichkeiten und Umgebung ist das Schulhaus Bifang ideal», sagt Claudia Mattle, Leiterin der Stiftung Hochsteig. Die Einbettung in ein belebtes Schulhaus mit vorhandener Infrastruktur sei wichtig, da die ausserschulische Betreuung einen entscheidenden Teil des Angebots darstelle.

Unterrichtet werden in der Tagessonderschule normal begabte Kinder und Jugendliche, die aber in der Regelklasse auffallen: Sei es, weil sie ihr vorhandenes schulisches Potenzial nicht abrufen können oder mit ihrem Verhalten andere Kinder im Unterricht stören. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie Mattle ausführt: Vielfach würden bei hyperaktiven Schülern und Kindern, die gemobbt werden, Auffälligkeiten auftreten. In Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Dienst Rapperswil-Jona, der für die ganze Region zuständig ist, werden diese Schüler dann der Tagessonderschule zugewiesen.

Ganztägige Betreuung ist wichtig

Dort könnten solche Schüler viel individueller betreut werden. «Dank deutlich kleinerer Klassen und Lehrpersonen, die in schulischer Heilpädagogik ausgebildet sind, können wir die Schüler dort abholen, wo sie gerade stehen», ergänzt Mattle. Das Ziel: Jüngere Kinder sollen so gefördert werden, dass sie wieder in eine Regelklasse integriert werden können. Bei den Jugendlichen geht es darum, ihnen das nötige Rüstzeug mitzugeben, damit sie den Einstieg ins Berufsleben schaffen.

Eine ebenso wichtige Komponente wie der individuelle Unterricht ist die ausserschulische Betreuung: Ob am Mittagstisch, bei den Hausaufgaben oder dem Zvieri – die Schüler sind ganztags betreut. «Das ist entscheidend, um den Kindern Sozialkompetenzen im Alltag zu vermitteln», so Mattle. Dazu zählt sie Verhaltensweisen wie Pünktlichkeit, Anstand oder Teamfähigkeit.

In Uznach werden vorerst zwei Lehrpersonen und eine Sozialpädagogin (alle im Teilzeitpensum) die Schüler betreuen. Die Standortleitung obliegt der Sozialpädagogin. «Sie hat bereits grosse Erfahrung mit dem Konzept und der ‘Schulkultur’ der Stiftung Hochsteig. Und sie wird diese auch im Uzner Bifang praktizieren», ergänzt Mattle. Die Erfolge zeigen, dass sich dieses Konzept im Kanton bislang bewährt und etabliert hat.

 

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