Ärzte der Stadt legen nach
Der Streit zwischen dem Spital Linth und den Ärzten aus Rapperswil-Jona spitzt sich zu. Nachdem sich das Spital verteidigt hat, bekräftigen jetzt die Ärzte ihre Kritik. Sie werfen dem Spital vor, ihnen Patienten wegzunehmen.
Der Streit zwischen dem Spital Linth und den Ärzten aus Rapperswil-Jona spitzt sich zu. Nachdem sich das Spital verteidigt hat, bekräftigen jetzt die Ärzte ihre Kritik. Sie werfen dem Spital vor, ihnen Patienten wegzunehmen.
Im Streit zwischen der Ärzteschaft Rapperswil-Jona und dem Spital Linth (die «Südostschweiz» berichtete mehrfach) bleiben die Fronten verhärtet. In einer Medienmitteilung legten die 43 Haus- und Spezialärzte gestern nach.
Für Unstimmigkeiten sorgt unter anderem das gescheiterte Projekt einer gemeinsamen Notfallpraxis. Das Spital war wegen schlechter Zahlen ausgestiegen und kritisierte mangelndes Engagement der Ärzte. Diese verteidigen sich: Hauptgrund für das unerwartet hohe Defizit sei vor allem die verspätete Eröffnung der Praxis gewesen.
Weiterer Streitpunkt ist, dass das Spital seinen Physiotherapie-Bereich nach Jona auslagern möchte. Spitaldirektor Urs Graf begründete das damit, dass man während des Umbaus in Uznach mehr Platz brauche. Ob sich das Spital nach den Arbeiten aber aus Jona zurückziehen wird, liess er offen.
Kritik an Spitalräumen in Jona
«Es macht keinen Sinn, dass das Spital in Jona ein Physiotherapie-Zentrum eröffnet und damit die ausreichend vorhandenen, mit besten Fachleuten bestückten, privaten Physiotherapien konkurrenziert», schreiben die Ärzte. Das Spital könne sich ohnehin nur an das Zentrum in teuren Räumen an bester Lage wagen, weil es dank hoher Baukredite viel Geld vom Kanton bekomme.
Für Zündstoff sorgt ausserdem die geplante Übernahme der Hausarztpraxis von Hans Stocker in Uznach durch das Spital. Der Mediziner hatte keinen geeigneten Nachfolger gefunden. Das Spital gab an, es wolle jungen Ärzten in dieser Praxis den Start in die Selbstständigkeit erleichtern. Nach etwa fünf Jahren solle sie wieder in Ärztehand gegeben werden.
Die Ärzteschaft gibt sich damit nicht zufrieden. «Es kann dem Spital nur darum gehen, sich Patienten zuzuführen», schreibt sie. Die Mediziner aus Rapperswil bezweifeln generell, dass das Spital ausserhalb seiner Mauern Praxen betreiben darf. «Der gesetzlich formulierte Auftrag der Spitäler ist es, die stationäre medizinische Versorgung der Bürger zu gewährleisten», teilen sie mit und verweisen auf ein entsprechendes Rechtsgutachten. Die kantonale Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann betonte jedoch, dass der Gesetzgeber den Entscheid über den richtigen Mix ambulanter Behandlungen durch Ärzte und Spitäler dem Markt überlasse.
Pläne des Spitals stoppen
Die Ärzte wollen nun versuchen, die geplante Eröffnung der Spitalpraxen in Jona und Uznach noch zu verhindern. Nachdem Hanselmann sich nicht in den Streit einmischen wollte, kündigen sie an, sich andere Unterstützer zu suchen: «Wir werden nun mit den Fraktionspräsidenten der Parteien des Kantonsrats zusammentreffen und die einzelnen Räte über die Problematik informieren.» Der Streit geht also in die nächste Runde.
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