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450 unterschreiben für das Freibad in Näfels

Der Verwaltungsrat der Lintharena möchte das Freibad schliessen und dafür das Hallenbad ausbauen. Raphael Gassmann wehrt sich für die Näfelser Freiluftbadi und hat 450 Unterschriften gesammelt. Gestern hat er die Bögen übergeben.

Ueli
Weber
12.01.18 - 04:30 Uhr
Politik
Für den Erhalt des Freibads: Raphael Gassmann zeigt die 450 Unterschriften, bevor er sie auf der Gemeinde abgibt.
Für den Erhalt des Freibads: Raphael Gassmann zeigt die 450 Unterschriften, bevor er sie auf der Gemeinde abgibt.
SASI SUBRAMANIAM

Das Hallenbad der Lintharena ist in schlechtem Zustand und muss saniert werden. Der Verwaltungsrat hat zwei Varianten vorgelegt: Entweder wird das Hallenbad nur saniert. Oder es wird saniert und ausgebaut. In beiden Fällen geht jedoch das Freibad zu.

Der Niederurner Raphael Gassmann hat in den letzten zwei Monaten 450 Unterschriften für die Rettung der Freiluftbadi gesammelt. Die Unterzeichner seiner Petition fordern: Die Stimmbürger müssen für den Erhalt des Freibades stimmen können. Darum soll der Gemeinderat dereinst an der Gemeindeversammlung eine zusätzliche Variante zur Abstimmung bringen: Sanierung und Ausbau des Freibades. «Eine Entscheidung von so grosser Tragweite für die heutige Bevölkerung und künftige Generationen muss zwingend zur Abstimmung unterbreitet werden», schreibt Gassmann im Begleitbrief zur Petition. Gestern gab er diese auf der Gemeinde ab. Die Petitionäre möchten auf den Ausbau des Hallenbades mit Wellnessanlagen verzichten. Stattdessen soll die Freiluftbadi attraktiver gestaltet werden. Auf der Wunschliste stehen ein wettkampftaugliches 50-Meter-Becken, eine Rutschbahn und ein Sprungbecken mit Sprungturm. Die breite Bevölkerung habe davon mehr als von einer Sauna.

Der Verwaltungsrat der Lintharena favorisiert den Ausbau des Hallenbades. Dieser erweitert das Hallenbad um ein grösseres Kinder-Planschbecken und ergänzt es um ein geheiztes Aussenbecken und eine Rutschbahn. Dazu soll ein Wellnessbereich mit Sauna kommen. Die Lintharena-Leitung verspricht sich davon mehr zahlende Gäste. Das Defizit sänke gemäss ihren Schätzungen um 200 000 Franken im Jahr – gegenüber der reinen Sanierung. Allerdings kostet der Ausbau mit fast 36 Millionen Franken zwölf Millionen mehr, als das Bad nur zu sanieren. Der Verwaltungsrat schätzt die Sanierung des Freibades auf fünf Millionen Franken. Allerdings macht dessen Betrieb noch mehr Verlust als das Hallenbad. Die Leitung geht von einem 400 000 Franken höheren Betriebsdefizit aus, wenn das Freibad offen bleibt und das Hallenbad nicht ausgebaut wird.

Gassmann glaubt, Glarus Nord müsse sich eine Badi leisten können: Es gebe in der ganzen Schweiz keine Gemeinde derselben Grösse, die kein Freiluftbad habe.

Ueli Weber ist stellvertretender Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er hat die Diplomausbildung Journalismus am MAZ absolviert und berichtet seit über zehn Jahren über das Glarnerland. Mehr Infos

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Für dieses berechtigte Anliegen wäre meine Unterschrift und die vieler Bekannter auf Sicher gewesen. Schade habe ich erst jetzt davon Kenntnis erhalten. Ich wünsche den Initianten viel Erfolg.

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