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Chaostage an der Churer Ringstrasse

Chur 97 peilt in der 2.-Liga interregional am Samstag den ersten Heimsieg an. Die Equipe wird dabei nicht wie zunächst angedacht von Paolo Montanari, sondern interimistisch vom Duo Darko Angelov/Arsim Ramizi betreut.

Johannes
Kaufmann
29.09.17 - 04:30 Uhr
Fussball
Den Trainer-Wirren zum Trotz: Am Samstag tritt Chur 97 zum nächsten Meisterschaftsspiel an.
Den Trainer-Wirren zum Trotz: Am Samstag tritt Chur 97 zum nächsten Meisterschaftsspiel an.
YANIK BÜRKLI

Mit dem Heimspiel in der interregionalen 2.-Liga-Fussballmeisterschaft gegen den FC Dübendorf geht für Chur 97 morgen (16 Uhr) eine überaus ereignisreiche Woche zu Ende. Sie begann mit der sich abzeichnenden Freistellung von Cheftrainer Jouke Faber. Daraufhin wurde der Mannschaft von Präsident Josef Müller beim Training am Dienstag an der Ringstrasse Fabers vormaliger Assistent Paolo Montanari als neuer interimistischer Chefcoach vorgestellt. Tags darauf war dann alles wieder ganz anders. Montanari stand plötzlich aus Zeitgründen – er ist Inhaber eines Baugeschäfts – nicht mehr zur Verfügung. Ohnehin hatte das 50-jährige Vereinsurgestein, einst als emsiger Mittelfeldrenner beim Stadtklub auch in der 1. Liga am Ball, bei der angedachten Lösung nicht das beste Bauchgefühl. Ihn verband ein loyales Verhältnis zu Faber, auf dessen ausdrücklichen Wunsch er auf diese Saison hin Assistenzcoach des Churer Fanionteams wurde.

Instabiler Defensivverbund

Der Weg war nun geebnet für die interne Trainerlösung Nummer 2: Sie heisst Darko Angelov und Arsim Ramizi. Die beiden betreuten bislang die zweite Mannschaft von Chur 97 in der 3. Liga, wobei der frühere Offensivspieler Angelov die Führung übernahm. Angelov/Ramizi werden genügend Arbeit vorfinden. Die Hauptsorge ist die defensive Stabilität. Dem Gegner wird das Toreschiessen viel zu leicht gemacht. Allerdings beklagte Faber dabei zurecht die steten, zahlreichen personellen Abwesenheiten. Die fixe Installierung eines Abwehrverbundes, das A und O bei der Stabilisierung einer kriselnden Fussballequipe, blieb ein Ding der Unmöglichkeit.

Dieses Kardinalproblem wird auch Angelov und Ramizi beschäftigen. Zwar kehrte vor Wochenfrist in Buchs (1:1) mit Standardtorhüter Marko
Zuvic die wichtigste Korsettstange des Defensivverbundes nach einer Verletzungspause zurück. Im selben Spiel handelte sich indes der routinierte Innenverteidiger Olcay Gür einen Platzverweis ein. Immerhin kam er mit nur einer Spielsperre davon. Ein weiteres Problem ist die fehlende Breite beim Toreschiessen. Der junge Mittelfeldspieler Livio Krättli (5 Tore) sowie Allrounder Miroslav Kral (3) erzielten acht der neun Treffer.

Chur 97 ist Tabellenvorletzter und somit gegen den überraschend gut ins Championat gestarteten Aufsteiger aus Dübendorf dringend auf Punktezuwachs angewiesen. Die Ausbeute aus den drei bisherigen Heimspielen gegen Bazenheid (1:1), Schaffhausen II (3:3) und Rüti (0:2) ist ungenügend.

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