«Es war klar, dass so etwas passiert»
Auf den Teambus von Borussia Dortmund ist am Dienstagabend ein Anschlag verübt worden. Abwehrspieler Marc Bartra musste danach operiert werden. Der Trainer von Chur 97, Jouke Faber, erklärt, warum er die Gefühlswelt der BVB-Spieler nachvollziehen kann.
Auf den Teambus von Borussia Dortmund ist am Dienstagabend ein Anschlag verübt worden. Abwehrspieler Marc Bartra musste danach operiert werden. Der Trainer von Chur 97, Jouke Faber, erklärt, warum er die Gefühlswelt der BVB-Spieler nachvollziehen kann.
Die Meldung schockiert die Fussballwelt. Kurz vor dem Champions League-Spiel gegen Monaco ist auf den Bundesligisten Borussia Dortmund ein Anschlag verübt worden. Die Dortmunder Mannschaft war mit dem Car auf dem Weg zum Stadion als drei Sprengsätze explodierten. Mehrere Scheiben des Busses sind geborsten, Marc Bartra wurde dabei an der Hand verletzt und musste notfallmässig ins Spital gebracht werden. Bartra ist bereits am Handgelenk operiert worden, er hat einen Bruch der Speiche erlitten.
Zweites Opfer
Wie am Mittwochmorgen bekannt wird, ist Bartra nicht das einzige Opfer. Bei den Explosionen wurde auch ein Polizist verletzt, der auf einem Motorrad den Teambus Richtung Stadion begleitet hatte. Er trug ein Knalltrauma sowie einen Schock vom Anschlag davon und ist vorerst nicht arbeitsfähig.
Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung», NDR und WDR hat der Anschlag auf den Teambus einen islamistischen Hintergrund. Es sei aber auch möglich, dass der oder die Täter eine falsche Fährte legen wollten.
«Die Welt ist verrückt»
Der Trainer des Fussballclubs Chur 97, Jouke Faber, konnte kaum glauben, was dem BVB am Dienstagabend widerfahren ist. «Die Welt ist verrückt!», sagte er im Interview mit «suedostschweiz.ch». Fussball gehört zu den weltweit bekanntesten und populärsten Sportarten. Es sei aber für ihn klar gewesen, dass früher oder später ein Anschlag auf ein Fussballteam verübt wird, so Faber.
Zudem sagte Faber, dass es die richtige Entscheidung war, das Spiel zu verschieben. Aus seiner Sicht wäre es für die Spieler aber besser gewesen, das Spiel gegen Monaco um eine Woche statt bloss um einen Tag zu verschieben. Er kann die Entscheidung der Verantwortlichen aber nachvollziehen, da der Terminkalender eines grossen Vereins wie dem BVB voll ist und es daher schwierig ist, Spiele kurzfristig zu verschieben.
Ähnliche Situation erlebt
Die grosse Frage ist, ob die Spieler mental bereit sind, am Mittwochabend, einen Tag nach dem Anschlag ein solch wichtiges Spiel zu bestreiten. Es geht um den Einzug in den Champions-League-Halbfinal. Faber ist sich sicher, dass es eine schwierige Aufgabe wird für den BVB, obwohl die Spieler Profis seien. Er selbst kann etwa nachvollziehen, was in den Köpfen der Spieler vorgeht. Im Gespräch mit «suedostschweiz.ch» berichtete er von einem Fall aus seiner Vergangenheit. Die Tochter eines Spielers aus der eigenen Mannschaft war gestorben. Das hatte grosse Auswirkungen auf das gesamte Team und führte zu Problemen, so Faber.
Faber hofft nun, dass die Spieler die aktuelle Situation gut meistern und auf dem Platz die gewünschte Leistung abrufen können. Ob ihnen das gelingt, wird sich heute Abend ab 18.45 Uhr zeigen, dann ist Anpfiff im ersten Spiel des Champions-League-Viertelfinals.
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