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Ein glänzendes Jubiläum

Alles spricht vom «Goldenen Dachl» in Innsbruck. Aber jetzt funkelt es auch in der Churer Altstadt. Genauer: auf einem Erker des Hotels «Freieck».

Dario
Morandi
10.12.17 - 04:30 Uhr
Tourismus
Ein besonderer Blickfang: Josiane und Martyn Stockmann unter ihrem «Goldenen Dachl».
Ein besonderer Blickfang: Josiane und Martyn Stockmann unter ihrem «Goldenen Dachl».
YANIK BÜRKLI

Das «Goldene Dachl» über dem spätgotischem Prunkerker eines früheren Herrschaftshauses in der Innenstadt von Innsbruck ist das Wahrzeichen der Tiroler Metropole. Nun hat auch Chur so ein «Dachl». Zwar nicht so gross, aber nicht minder schön, deckt es einen Erker in der Fassade des Hotels «Freieck» der Familie Stockmann. Das märchenhafte Dach aus 24-Karat-Blattgold haben sich Josiane und Martyn Stockmann zum Firmenjubiläum gewissermassen selber geschenkt.

Als Fotosujet gedient

Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren hat Martyn Stockmann das «Freieck» in der Altstadt zunächst als Direktor übernommen und danach 2005 der Familie Mazzoleni abgekauft. Gestern Abend ist das goldene Dach vom österreichischen Honorarkonsul Wolfgang Wunderlich eingeweiht worden.

Sie hätten festgestellt, dass die Fassade ihres Hotels mit Sonnenuhr und Zeichnungen den Touristen oft als Fotosujet diene. «Deshalb haben wir uns entschlossen, das Haus aus Anlass unseres Jubiläums mit einem goldenen Erkerdach aufzuwerten», erzählt Stockmann. Daraus sei inzwischen «ein echter Blickfang geworden», freut sich das Ehepaar.

Glücklich, wer in Zeiten mit stagnierenden Logiernachtzahlen sein Hotel vergolden kann... Über Geld im Zusammenhang mit ihrem Golddach sprechen die Stockmanns gutschweizerisch nicht. Nur so viel: Das Teuerste sei der Auf- und Abbau des Gerüsts gewesen, meint Josiane Stockmann lachend. Die Stadt Chur hat sich gemäss Stockmanns Worten kooperativ gezeigt und dem Vorhaben keine bürokratische Hürden in den Weg gestellt. «Wir haben bei Stadtrat Tom Leibundgut angerufen, und danach lag die Bewilligung vor», erzählt Martyn Stockmann. «Die einzige Bedingung der Stadt war, dass sie das Ganze nichts kosten darf.»

Neue Gäste gefunden

Auch 30 Jahre nach der Übernahme des «Freieck» sprühen die Stockmanns nur so vor Tatendrang. Kürzlich wurde der drei Millionen Franken teure Umbau des Traditionshauses mit 41 Zimmern und 85 Betten abgeschlossen. Glücklich geworden sind die Vollblut-Hoteliers ausserdem mit der Konzeptänderung, die mit dem Verzicht auf einen Restaurantbetrieb einherging. Dies sei der richtige Entscheid gewesen. «Denn in Chur hat es genug Restaurants», glaubt Stockmann.

Das Geschäft laufe bestens. Inzwischen hätten sie sogar Gäste aus Australien, Asien und England, erzählt Stockmann. Viele hätten eine TV-Sendung über die Rhätische Bahn (RhB) gesehen und seien deshalb nach Chur gereist. Er ist deshalb fest davon überzeugt, «dass die RhB ein tolles Zugpferd für den Bündner Tourismus ist».

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