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Der Ausverkauf auf dem Churer Garagenplatz geht weiter

Mit der BMW- und Mini-Markenvertretung Alpina Garage AG wechselt ein weiterer Churer Garagenbetrieb den Besitzer. Sie wird Anfang nächsten Jahres von einem St. Galler BMW-Vertreter übernommen.

Dario
Morandi
28.10.17 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Firmenchef Andri Zisler hat die Churer Alpina Garage nach St. Gallen verkauft.
Firmenchef Andri Zisler hat die Churer Alpina Garage nach St. Gallen verkauft.

Und wieder wechselt ein alt eingesessener Garagenbetrieb den Besitzer: Dieses Mal ist es die Alpina Garage AG, die am 1. Januar 2018 in die Hände von Markus Schwingel und Daniel Engelberger übergehen wird. Die beiden sind Eigner der Christian Jakob AG. Sie gilt als führende Ostschweizer BMW- und Mini-Vertreterin mit Standorten in St. Gallen und Widnau. Das geht aus einem Rundschreiben von Alpina-Inhaber Andri Zisler an dessen Kundschaft hervor. Verkauft werde allerdings nur die Betriebsgesellschaft. Die Immobilien seien davon ausgenommen, präzisierte Zisler gestern auf Anfrage.

Die beste Option

Wie Zisler weiter ausführte, ist der Verkauf erfolgt, «damit die Alpina Garage auch in Zukunft im sich rasant verändernden Automobilmarkt erfolgreich bestehen kann». Eigentlich hätte sich der 49-jährige Zisler mit dem Verkauf noch etwas Zeit lassen wollen. Im Sommer habe sich diese Lösung so ergeben und das sei für die Alpina Garage «die beste Option».

Zisler versicherte bei dieser Gelegenheit, dass die Alpina Garage «im gleichen Sinn und Geist» wie bisher weitergeführt und selbstständig auftreten wird. «Für unsere Kunden ändert sich nichts.» Auch würden die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den neuen Besitzern weiterbeschäftigt. Zisler selber bleibt der Firma ebenfalls erhalten. Er steht den neuen Besitzern als strategischer Berater zur Verfügung und wird das Verwaltungsratspräsidium übernehmen.

«Ich habe immer gesagt, dass die Alpina Garage in der Hand von Privatpersonen bleiben muss.»

Nicht zur Diskussion gestanden

Für Zisler bringt der Verkauf mehrere Vorteile. Der wichtigste davon: Im Verbund mit der Christian Jakob AG könne die Alpina Garage stärker im Markt agieren und gleichzeitig als wichtiger Partner im Händlernetz gegenüber BMW auftreten, sagte er. Den Betrieb einfach einem Importeur oder einem direkt Autohersteller zu überlassen, so wie das einige Churer Garagisten-Dynastien taten, stand für den 49-jährigen Garagisten und Präsidenten der Bündner Sektion des Auto Gewerbe Verbandes (AGVS) nie zur Debatte. «Ich habe immer gesagt, dass die Alpina Garage in der Hand von Privatpersonen bleiben muss und ich den Betrieb deshalb keinesfalls an Autokonzerne verkaufen werde», betonte er. Mit der Übernahme durch die St. Galler Unternehmer Schwingel und Engelberger werde diese Auflage nunmehr erfüllt.

Von Mercedes-Benz geschluckt

Der Verkauf der Alpina Garage ist bisher das letzte Kapitel in der Geschichte rund um den «Ausverkauf» auf dem Churer Garagenplatz, der Jahrzehnte lang von Familienunternehmen beherrscht wurde. Zunächst war es die Ring Garage (vormals Lidoc AG) der Familie Reto Dosch, die von Mercedes-Benz Schweiz geschluckt wurde. Danach waren die Tribolet-Betriebe (Ford, Toyota) an der Reihe, die in den Besitz der Amag Automobil- und Motoren AG übergingen. Daraufhin fasste auch die Zürcher Emil Frey Gruppe Fuss in Chur, indem sie von der Familie Senn die Garagenliegenschaft an der Rossbodenstrasse mit dem Audi-Center übernahm und daraus die Rheintal Garage zimmerte, welche heute Marken wie Ford, Toyota und Lexus vertritt. Später verleibte sich Frey auch noch die Dosch Garagen (Opel, Land Rover, Jaguar und andere) samt Grand Garage, der Subaru-Vertretung Alpcar sowie den Filialen ein.Nicht genug damit: Im Juni dieses Jahres wurde bekannt, dass auch das Autohaus Willi verkauft wird. Und zwar an die Auto Zollikofer AG aus St. Gallen, die rückwirkend ab dem 1. Januar 2017 sämtliche Aktien des ältesten Bündner Garagenbetriebs übernahm.

Alle Mitarbeiter übernommen

Und zu guter Letzt wechselte auf Anfang dieses Monats auch noch der Volvo-Markenvertreter Garage Rageth AG nach 70 Jahren die Hand. Als Käufer trat erneut die Frey-Gruppe auf (Ausgabe vom 15. September). Sie hat alle 21 Mitarbeiter übernommen und will gemäss einem Bericht der «Bündner Woche» die Volvo-Vertretung weiter beibehalten.

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