×

47 Millionen Franken Steuern fehlten

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern fast verdreifacht. Wir suchen nach Gründen für den plötzlichen Anstieg.

Südostschweiz
16.01.18 - 10:34 Uhr
Wirtschaft
In der ganzen Schweiz werden in diesem Jahr
In der ganzen Schweiz werden in diesem Jahr
PIXABAY.COM

Seit 2010 die «kleine Steueramnestie» in Kraft getreten ist, zeigten sich bereits einige Steuersünder selbst an. Mit dem neuen Gesetz erhielten sie die Möglichkeit, einen Steuerbetrug straffrei zu vermelden. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Selbstanzeigen aber nochmals rasant an: Schweizweit haben sich etwa dreimal mehr Leute zu ihrem Steuerbetrug bekannt als noch in den Jahren zuvor. So auch in Graubünden, wie Albertus Durisch von der kantonalen Steuerverwaltung gegenüber Radio Südostschweiz sagte.

Ohne Strafen, aber mit Zinsen

47 Millionen werden es etwa sein, die die Steuerverwaltung für die vergangenen acht Jahre nachträglich erhält. «Da sind Bundes, Kantons- und Gemeindesteuern inbegriffen. Und auch die Verzugszinsen», so Durisch. Wer sich selbst anzeigt, erhält zwar keine Strafe, muss aber die Steuern nachzahlen. Und allfällige Verzugszinsen obendrauf.

Bald automatischer Austausch

Weshalb stehen jetzt aber plötzlich noch mehr Leute zu ihren Steuersünden? «Es ist nicht an uns, Spekulationen anzustellen», so Durisch gegenüber RSO. «Aber der automatische Informationsaustausch, der ab September eingeführt wird, könnte schon zu einer Selbstanzeige bewegen.»

Im September gibt es nämlich noch eine Neuerung: Dann tritt der automatische Informationsaustausch in Kraft. Steuerdaten zwischen der Schweiz und dem Ausland werden ab September automatisch ausgetauscht. So können nicht nur Ausländer auffliegen, die ihr Geld in der Schweiz versteckt haben, sondern auch Schweizer Steuerpflichtige mit Bankkonten im Ausland.

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Wirtschaft MEHR