Ein Puschlaver will das Klima retten
Jeder auf der Welt wird ihn sehen können: Einen Pulli, der auf den Klimawandel aufmerksam machen soll – mit-initiiert von einem Puschlaver.
Jeder auf der Welt wird ihn sehen können: Einen Pulli, der auf den Klimawandel aufmerksam machen soll – mit-initiiert von einem Puschlaver.
Er fällt auf – und das mit Absicht: Der neuste Pullover der Naturschutzorganisation WWF Schweiz. Er soll daran erinnern, dass die Tage kuschlig-warmer Pullover gezählt sind, wenn die Bewohner dieses Planeten nichts gegen die Klimaerwärmung unternehmen.
Die Pullover-Initiative kommt unter anderem vom Puschlaver Gian-Reto Raselli. Wie der Leiter Marketing WWF Schweiz erklärt, «trägt dieser Pulli deshalb auch den Namen 'der letzte Pullover'. Wenn es so weitergeht, brauchen wir irgendwann keine Pullis mehr. Nicht einmal im Norden.»
Die Botschaft weltweit verbreiten
Den Pulli wird auch jene Person tragen, die im Auftrag des WWF an der Klimakonferenz in Polen teilnimmt. Zwischen all den Männern und Frauen, die ab nächster Woche in grauer und schwarzer Kleidung auftreten werden, wird die WWF-Person im orange-farbenen Pullover auffallen. Und genau das ist das Ziel: «Alle sollen darüber reden, berichten und so die Botschaft verbreiten», sagt Raselli.
Doch statt darüber zu reden, müsste nicht etwas unternommen werden? «Doch natürlich. Man kann immer mehr machen. Aber über gewisse Sachen muss man einfach sprechen. Etwa über den Luftverkehr. Da nützt es nichts, wenn zwei Länder ein bilaterales Abkommen unterzeichnen. Da muss eine länderübergreifende Lösung her. Und das geht nur, wenn man miteinander spricht», sagt Raselli. «Und dass wir ein Problem haben, das wissen alle. Ein Ticket nach Poschiavo kostet mehr als eines nach London.»
Der Kampf betrifft alle
Ein Gespräch allein kann das Klima nicht retten. Der Pulli allein kann das Klima nicht retten. Und auch der Puschlaver allein kann das Klima nicht retten. Aber Raselli will es versuchen, wie er selber sagt. Er will die Menschen ermutigen, sich im Kampf gegen die Erderwärmung zu engagieren. «Damit auch meine und alle anderen Enkelkinder den Morteratsch-Geltscher eines Tages bewundern können», sagt Raselli.
Und genau deshalb wird das WWF nicht nach Polen fliegen; für die Teilnehmer geht es mit dem Zug zur Konferenz. «Erst wenn die Fahrzeit zwölf Stunden überschreitet, dürfen wir das Flugzeug nutzen», erklärt Raselli. Alles im Zeichen der Veränderung.
Kristina Schmid berichtet über aktuelle Geschehnisse im Kanton und erzählt mit Herzblut die bewegenden Geschichten von Menschen in Graubünden. Sie hat Journalismus am MAZ studiert und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Rheintal, worüber sie in ihrem Blog «Breistift» schreibt. Mehr Infos
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