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«Es gilt, die bestehenden Förderinstrumente optimal zu nutzen»

Nachfolgeregelungen gestalten sich für kleine Hotelbetriebe schwierig. Eugen Arpagaus, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Tourismus apperliert im Interview vor allem an die Eigenverantwortung der Betriebe.

07.01.19 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Hotel Schweizerhof Flims Silverstergala Silverster
Der Leiter des AWT anerkennt das Problem der Übernahmen von kleineren Gastbetrieben.
Olivia Item

Euchen Arpagaus, schärfere Bewertungen der Finanzinstitute erschweren die käufliche Übernahme von Hotel- und Gastrobetrieben. Wie beurteilt der Kanton die Situation?

In der Tat ist die Nachfolgeregelung in Hotel- und Gastrobetrieben eine Herausforderung, die sich in den letzten Jahren akzentuiert hat. Ob die Bewertung von Finanzinstituten die entscheidende Komponente ist, können wir nicht beurteilen.

Weshalb kann der Kanton solche Übernahmen nicht staatlich fördern?

Der Kanton fördert auch in anderen Wirtschaftsbereichen keine reinen Firmenübernahmen und beteiligt sich auch nicht an Sanierungen. Wenn im Tourismus in Infrastrukturen investiert wird oder Kooperationen angestrebt werden, kann der Kanton gestützt auf das Wirtschaftsentwicklungsgesetz Förderleistungen erbringen.

Genügt die derzeitige gesetzliche Grundlage, um die Branche in eine rosige Zukunft zu führen?

Ja, es gilt, die bestehenden Förderinstrumente optimal zu nutzen. Hinsichtlich Betriebsübernahmen sind die Unternehmer gefordert, frühzeitig entsprechende Schritte einzuleiten. Die Wirtschaftsverbände leisten dazu regelmässig Sensibilisierungsarbeit.

Wie kann der Kanton selbst betroffenen Betriebe anderweitig helfen?

Der Kanton unterstützt verschiedene Projekte wie beispielsweise die Kooperation diverser Hotels zur Bearbeitung neuer Auslandsmärkte, oder das Mitarbeiter-Sharing zur Optimierung des Einsatzes der Mitarbeiter übers ganze Jahr. Weiter erwähne ich die Bürgschaftsgenossenschaft Ost-Süd, die bei Finanzierungsfragen behilflich sein kann.

Was können die Betriebe tun, damit sie für potenzielle Käuferinnen und Käufer und für deren Finanzinstitute ein interessantes Übernahmeobjekt darstellen?

Jeder einzelne Betrieb muss frühzeitig seine Finanzierungs- und Eigentumsstruktur analysieren und eine individuelle Strategie bezogen auf eine Übernahme entwickeln. Wenn laufend genügend Ersatzinvestitionen getätigt wurden, der Betrieb gut positioniert ist, in die Qualität investiert wurde und der Betrieb betriebswirtschaftlich gut geführt ist, steigen die Attraktivität und die Chance für eine Übernahme.

Hans Peter Putzi ist Redaktor. Er spricht für Radio Südostschweiz, manchmal schreibt er auch für die Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch». Besonders gerne recherchiert er, mit Vorliebe in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Sicherheit, Umwelt und Sport. Er ist im hinteren Prättigau aufgewachsen und wohnt seit vielen Jahren im Bündner Rheintal. Mehr Infos

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