Kleine Gastbetriebe stehen vor grossen Problemen
Die Bündner Hotelbetriebe, besonders jene mit tieferen Umsatzzahlen, weisen einen erheblichen Investitionsstau auf. Diese Problematik zeigt sich akut, sobald ein Verkauf der Betriebe angestrebt wird.
Die Bündner Hotelbetriebe, besonders jene mit tieferen Umsatzzahlen, weisen einen erheblichen Investitionsstau auf. Diese Problematik zeigt sich akut, sobald ein Verkauf der Betriebe angestrebt wird.
Die Tourismusbranche ist mit guten Zahlen in die Wintersaison 2018/19 gestartet. Nach einigen mageren Jahren scheint die Branche wieder Morgenröte am Himmel zu sehen. So weit, so gut. Doch gleichzeitig besteht damit die Gefahr, dass diese positive Entwicklung die strukturellen Probleme vieler kleinerer Beherbergungsbetriebe überdeckt.
Kleine Betriebe verlieren
Während die Umsätze der grossen Hotels in den letzten fünf Jahren tendenziell zunehmen, zeigt der Branchenspiegel 2018 von Gastro Suisse, dass die kleineren Betriebe Marktanteile verlieren. Damit sinkt bei diesen Unternehmen auch die Ertragskraft, was sich wiederum negativ auf die Investitionsfähigkeit auswirkt.
So warnte im letzten Dezember auch Ernst A. Brugger, Präsident des Bündner Tourismusrats: «Gerade bei Hotelbetrieben in tieferen Kategorien sind die fehlenden Investitionen ein Problem.» Ein Problem, dem auch mit dem 2016 in Kraft getretenen kantonalen Wirtschaftsentwicklungsgesetz nicht Einhalt geboten werden kann. Dieser Erlass ermöglicht die Auszahlung von Beiträgen und Darlehen an Beherbergungsbetriebe, wenn dadurch Qualitätsverbesserungen der Infrastrukturen erzielt werden.
«Der Verkauf von Gastbetrieben wird oft durch die stärkere Regulierung in der Finanzbranche gestoppt.»
Das Gesetz bietet aber keine Hilfeleistung für jene Unternehmen, deren fehlende Innovationskraft negative Auswirkungen auf die Nachfolgeregelung zeigt – und damit die Weiterführung des Betriebs gefährdet.
Betroffen davon sind hauptsächlich die von Brugger erwähnten Häuser der 3- und 2-Stern-Kategorie. Viele dieser Betriebe konnten in den konjunkturell schwierigen Jahren zwar überleben, aber die fehlende Investitionskraft und die restriktivere Kreditpolitik der Banken verunmöglichten nicht selten die nötigen Renovationen.
Tanz auf dem Seil
Es ist ein Tanz auf dem Seil, der für die betroffenen Betriebsinhaber meist so lange gut geht, bis die Nachfolge geregelt werden sollte. «Doch sobald der Verkauf von Betrieb und Grundstück als Einheit ins Auge gefasst wird, wird dieser oft durch die inzwischen stärkere Regulierung in der Finanzbranche gestoppt», erläutert Paul Camichel, Direktor der Gastroconsult AG in Chur, das Problem.
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Hans Peter Putzi ist Redaktor. Er spricht für Radio Südostschweiz, manchmal schreibt er auch für die Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch». Besonders gerne recherchiert er, mit Vorliebe in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Sicherheit, Umwelt und Sport. Er ist im hinteren Prättigau aufgewachsen und wohnt seit vielen Jahren im Bündner Rheintal. Mehr Infos

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